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KEYNOTE: Ontologie zwischen Technik und Denken

Was passiert eigentlich, wenn wir den ganzen Tag Systeme modellieren, Architekturen entwerfen und Begriffe präzisieren – und dann kurz innehalten?

Die philosophische Ontologie fragt nicht nach Implementierungen oder Methoden, sondern nach etwas Grundsätzlicherem: Was heißt es überhaupt, dass etwas ist? Und was setzen wir – oft unbemerkt – voraus, wenn wir über Seiendes sprechen?

Der Vortrag lädt dazu ein, Ontologie jenseits technischer Modelle kennenzulernen: als jahrhundertealte philosophische Denktradition, die sich mit den Grundformen des Seins beschäftigt. Vielleicht hat sie Potentiale dafür, dass wir mit ihrer Hilfe aktuelle Antworten auf heutige Fragen der Modellbildung, der Technik oder der Knowledge Graphen finden. In einem Streifzug durch zentrale ontologische Ideen aus Sicht der Philosophie soll im Vortrag deutlich werden, was es bedeutet, dass wir etwas „seiend“ nennen.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem berühmten Aufsatz „On What There Is“ von W. V. O. Quine, der Ontologie als methodische Entscheidung versteht: Nicht alles, worüber wir sprechen, muss existieren – aber alles, was unsere Theorien wahr machen soll, verpflichtet uns. Diese Perspektive eröffnet einen ungewohnten Blick auf Modellierung, Wissenschaft und Verantwortung.

Jan Urbich

Jan Urbich, geb. 1978, ist akademisch sowohl in der Literaturwissenschaft als auch in der Philosophie beheimatet. 2016/2017 und 2018/2019 Feodor-Lynen-Fellowship der Alexander von Humboldt-Stiftung in Chicago und Leipzig. Seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Leipzig.

Veröffentlichungen u.a.: (Mithg.) Handbuch Ontologie (2019); (Hg.) Philosophie 19. Jahrhundert (2016); Benjamin and Hegel. A Constellation in Metaphysics (2015); (Mithg.) Benjamins Wahlverwandtschaften. Zur Kritik einer programmatischen Interpretation (2015); (Mithg.) Der Ausnahmezustand als Regel. Eine Bilanz der Kritischen Theorie (2013); Literarische Ästhetik (2011); Darstellung bei Walter Benjamin (2010).

Impulsvortrag: Renaissance der Ontologien: Strategische Wissensarchitekturen als Basis für verlässliche KI im Engineering

Ich möchte aufzeigen, warum wir für eine verlässliche KI im Engineering mehr brauchen als nur technische Datenverknüpfungen. In meinem Beitrag teile ich unsere Erfahrungen dabei, wie man durch die Kombination von SysML-Strukturen und ganz spezifischen Ontologien eine echte „Ground Truth“ schafft, die den Weg von Siemens Polarion bis direkt in den Code absichert. Mir ist wichtig zu verdeutlichen, dass erst diese semantische Tiefe – eine gezielte Mischung aus Standards und Eigenentwicklungen – Halluzinationen verhindert und uns echte logische Schlüsse über den gesamten E/E-Lifecycle erlaubt.

Alexander Krumm

Systems Engineering Expert mit über 10 Jahren Erfahrung in der Entwicklung sicherheitskritischer Systeme. Verbindet tiefes Branchenwissen mit KI-Innovation.

Open-Space: Einführung, Marktplatz, Themen

Nicht nur die eingeladenen Speaker haben ein hervorragendes Wissen, auch jeder Teilnehmer ist ein Experte auf seinem Gebiet und der gemeinsame Austausch auf Augenhöhe ist für alle ein großer Gewinn. Der Open-Space ist dafür ein sehr schönes Format. Auf den vergangenen MESCONF-Veranstaltungen wurden diese Sessions von den Teilnehmern immer wieder als besonders lohnenswert hervorgehoben.

Wir erklären dir vor Ort im Detail, wie das Format funktioniert. Jeder hat dort die Möglichkeit ein Thema vorzuschlagen. Du hast jetzt schon ein Thema? Schicke deinen Vorschlag direkt an unseren Co-Organisator Tim (tim.weilkiens@oose.de) und wir kündigen die Idee auf der Webseite an.

Bisher vorgeschlagene Themen finden Sie weiter unten.

Ein kurzer Einblick: Wie funktioniert open space? 

Im open space wird unserer Fähigkeit zur Selbstorganisation bewusst Raum gegeben. Es kommen Menschen zusammen, die einen Beitrag leisten wollen und bereit sind, Verantwortung für die Umsetzung eines Themas zu übernehmen. Es gibt keine vorbereitete Tagesordnung und keine Redner mit Vorträgen oder Folienpräsentationen. Es gibt zunächst nur eine leere Wand, an der die Teilnehmenden ihre Anliegen / Themen veröffentlichen.

Ein Anliegen ist ein ganz bestimmter Aspekt oder eine Fragestellung im Zusammenhang mit dem Leitthema, das Einzelnen auf den Nägeln brennt und das mit anderen bearbeitet werden soll. Jedes dieser Anliegen bildet dann den Anlass für die Arbeit einer kleinen Gruppe, die sich zu einer vereinbarten Zeit an einem bestimmten Ort trifft. Größe, Arbeitsweise und Zusammensetzung der Gruppe sind selbstorganisiert.

Es gibt auch keine Gesprächsleitung oder Moderation, außer die Gruppe organisiert sie sich selbst. Kein spezielles Training muss absolviert werden, um an einer open space-Veranstaltung teilnehmen zu können. Erfahrungen, Wissen, Fertigkeiten und Gefühle sind die
Voraussetzungen, die erforderlich und in jedem Menschen vorhanden sind. Die Anliegen- / Themenwand bietet ein Raster aus Räumen und Zeiteinheiten. Alle, die ein Anliegen einbringen, ordnen dieses in das Raster ein, so dass allen klar ist, zu welcher Zeit und an welchem Ort das Anliegen bearbeitet wird.