Programm MESCONF 2019


TAG 1 – Donnerstag, 12. September 2019 | TAG 2 – Freitag, 13. September 2019

8:45 Registration (Empfang & Kaffee)
9:15 Eröffnung
9:30 Infineon – Einleitender Vortrag des Gastgebers
10:00 Manifest Modeling of Embedded Systems (www.mdse-manifest.org)
10:15 KEYNOTE 1 – Jochen Epple, Daimler AG: Einführung modellbasierter Methoden in einen etablierten Systems Engineering Prozess
11:00 Pause
11:30 KEYNOTE 2 – Henning Butz, ASES: Autonome „Mensch-Maschine-Systeme, MMS“ im Zeichen des Evolutionsgesetzes: the survival of the fittest
12:15 Einleitung Open Space, Eröffnung Marktplatz
Themen bisher:

  • Rebecca Reuter & Jürgen Mottok: Eignung eines Lehrinstruments für die Modellierung mit der UML

Sie haben auch schon ein Thema? Schicken Sie Tim Ihren Vorschlag: tim.weilkiens@oose.de

13:00 Mittagspause
14:00 Open Space Session 1
15:00 Kaffeepause, Besuch der Ausstellung und Diskussion mit den anderen Teilnehmern über ihre Open-Space-Erfahrungen
15:15 Open Space Session 2
16:15 Kaffeepause, Besuch der Ausstellung und Diskussion mit den anderen Teilnehmern über ihre Open-Space-Erfahrungen
16:30 Open Space Session 3
17:30 Kurze Pause
17:45 Abendprogramm inklusive Abendessen
Ulrich Sendler:

 

 

Das Gespinst der Digitalisierung – Wie gestalten wir den Umbruch der Menschheit?

20:30 Ende Tag 1


TAG 2 – Freitag, 13. September 2019

8:45 Registration (Empfang & Kaffee)
09:00 Kurzvorstellung der Toolhersteller und ihrer Workshops 

9:45 Kaffee und Orientierung
10:00 Session 1: Toolhersteller-Workshops

  • Protos: Entwicklungsbegleitender HIL Test für Microcontroller Systeme
11:00 Kaffeepause
11:15 Session 2: Toolhersteller-Workshops
12:15 Mittagspause
13:15 Session 3: Toolhersteller-Workshops
14:15 Kaffeepause
14:45 Fishbowl
15:45 Abschluss
16:00 Ende der Veranstaltung

Infineon
Infineon – Einleitender Vortrag des Gastgebers

Der Inhalt des Vortrags wird noch bekannt gegeben.


KEYNOTE 1 – Jochen Epple, Daimler AG: Einführung modellbasierter Methoden in einen etablierten Systems Engineering Prozess

Dieser Vortrag soll einen Einblicke und Erfahrungen bei der Einführung modellbasierter Methoden in einen Systems Engineering Prozess im Kontext von Automotiv geben.

Die Anpassung von akademischen Modellierungstechniken und Frameworks birgt immer neue Herausforderungen, die sich aus den realen praktischen Arbeitsweisen in Form von zusätzliche organisatorische und technische Anforderungen ergeben. Exemplarisch müssen akademische Modellierungsartefakte auf technische Artefakte abgebildet werden, und ein bekanntes Hauptthema ist die Erfassung mehrerer verschiedener Entwicklungsdisziplinen wie Systems Engineering, Software Engineering, Mechanik, Elektrik und Elektronik in einem Modell.

Mit diesen Aspekten im Fokus präsentieren wir den aktuellen Stand im Projekt SEED (Systems Engineering Enhancement@Daimler) und diskutieren unsere Erfahrungen.


Henning Butz, MESCONF

KEYNOTE 2 – Henning Butz, ASES: Autonome „Mensch-Maschine-Systeme, MMS“ im Zeichen des Evolutionsgesetzes: the survival of the fittest

Der Beitrag setzt sich mit den „Weltmodellen“ autonomer, kognitiver Automaten auseinander, die Kernfunktionen hochautomatisierter Systeme (Drohnen, Fahrzeuge, Waffen, …) ausmachen. Insbesondere interessiert der Aspekt ihrer Wechselwirkung mit den Menschen, die mit solchen Automaten kooperieren sowie der Grad ihrer Emanzipation von menschlichen Wahrnehmungen im Rahmen gültiger Werte und Normen.

Die Überlegungen setzen voraus, dass autonome Assistenzsysteme auf kognitiven Deep-Learning Funktionen sowie umfangreichen Sensor- und Daten-Netzwerken aufbauen. Damit werden sie im Betrieb nach sehr kurzer Zeit Situationsanalysen und –prädiktionen – basierend auf selbst generierten „Weltmodellen“ mit eigener Semantik – hervorbringen, die dem Menschen sowohl in ihrer Interpretation, wie in ihrer Logik und Zielsetzung zunehmend unverständlich werden. Die „Übersetzung“ des Automatenverhaltens – bspw. eine Vermeidungsstrategie – in eine „humane“ Semantik, dürfte nur noch am Anfang der Entwicklung und dann auch nur mit hohem Aufwand und Risiko möglich sein. Dennoch wird die Automatenstrategie in der überwiegenden Zahl der Situationen optimal und insbesondere besser als jegliche menschliche Strategie sein.

Der Mensch ist deshalb gut beraten, nicht zu intervenieren und die Entscheidungshoheit dem Automaten zu überlassen. Die Frage der Schnittstelle zwischen Mensch und Automat (MMS) reduziert sich damit notwendigerweise auf schlichte Elementarfunktionen, wie bspw. die Eingabe von Zielwünschen, Start- und Ankunftszeiten, Streckeninformationen oder ähnlich unkritischer Kommunikation. Interaktive Betriebseingriffe oder gar spontane Notfallübernahmen sind so gut wie ausgeschlossen, da dem Menschen weder die laufende modale Einstellung noch die situativ-strategische Disposition (eben das jeweilige „Weltmodell“) der Automatik vermittelt – sprich „übersetzt“ – werden kann. Ein „Human-in-the-Loop“ Betrieb ist nur denkbar, wenn alle kognitiven Funktionen weitgehend ausgeschaltet sind.

Da kognitive Funktionen permanent lernen, ggf. auch noch über Datenverbindungen („Cloud“) mit anderen Funktionen „gelernte Erfahrung“ innerhalb weniger (milli-)Sekunden austauschen und diese zeitnah in ihrem „Weltmodell“ verarbeiten, ist eine nachhaltig sichere „Human-in-the-Loop“ Integration aufgrund der hohen Adaptionsdynamik sowieso aussichtslos.

Die über diesen Mechanismus vom Menschen operativ entkoppelten Automaten werden konsequenterweise auch eine eigene, vom Menschen emanzipierte, Entwicklungsevolution verfolgen. Es steht zu erwarten, dass dabei auch die Gesetze von Mutation und Selektion keine unerhebliche Rolle spielen werden. Menschliche Intervention wird daher fast zwangsläufig zu eher unterlegenen Mutationen führen, die sich sehr bald von alleine aussortieren.

Der Beitrag erhärtet die vorstehenden Thesen an leicht nachvollziehbaren Fakten und Zusammenhängen. Er zeigt darüber hinaus, welche Konsequenzen diese Entwicklung für die Anwendung unserer rechtlichen und ethischen Normen haben wird.

Henning Butz, Advanced Systems Engineering Solutions – ASES, Jork war von 1988 bis 2009 in mehreren leitenden Funktionen der Systementwicklung und der Prozesstechnik bei Airbus in Hamburg, Bremen und Toulouse tätig. Seine Aufgaben betrafen alle mechanischen, elektrischen und elektronischen Systeme des Flugzeugs. Außerdem die Einrichtung der notwendigen Entwicklungsmethoden, -prozesse und –werkzeuge. Zuletzt leitete er den Unternehmensbereich „Aircraft Information Management & Electronic Networks“, mit Verantwortung für Entwicklung, Integration, Fertigung und Nachweis von Cockpit-Systemen und Avionik Plattformen sowie von Diagnose- und Wartungsfunktionen des Flugzeugs. Seit Anfang 2010 arbeitet Henning Butz als freiberuflicher Berater und Interim-Manager international in Technologie- und Entwicklungsprojekten für verschiedene Branchen der Transport- und Systemindustrie. Seine thematischen Schwerpunkte sind: Systemsicherheit, System-Architekturen und -Diagnose, Mensch-Maschine-Interaktion, Human Factors, RBE, MBD sowie neue Methoden, Prozesse, Werkzeuge des Systems Engineering. Henning Butz hat Physik, Elektrotechnik und Systemtechnik in Bochum und Karlsruhe studiert. Er ist Mitglied bei DFK, DGLR und GfSE.


Ulrich Sendler

Ulrich Sendler:
Das Gespinst der Digitalisierung – Wie gestalten wir den Umbruch der Menschheit?

12.000 Jahre hat es gedauert, bis die Menschheit Ackerbau und Viehzucht überall zur Basis der Gesellschaft gemacht hat. Dann kamen vor 250 Jahren James Watt und seine Dampfmaschine. Mit der Industrie ernähren wir mehr als 7 Milliarden Menschen besser als zuvor eine, während wir die Erde an den Rand ihrer Existenz bringen. Und schon stehen wir vor einem ähnlich grundstürzenden Wandel. Nahezu alle Produkte verfügen künftig über eine eigene IP und werden zu Systemen unter Systemen. Die Maschinen lernen immer besser und schneller. Lernen wir schnell genug mit, welche maschinelle Intelligenz wir wofür brauchen und gebrauchen können? Und was an menschlichen Anstrengungen dafür nötig ist?

Ulrich Sendler, München
Ulrich Sendler, Jahrgang 1951, Werkzeugmacher, Dipl.-Ing. (FH) der Feinwerktechnik, CAD-Softwareentwickler, seit 1989 unabhängiger Journalist, Buchautor, Technologieanalyst und Redner im Umfeld virtueller Produktentwicklung und Digitalisierung. Autor von mehr als 15 Büchern und einer großen Zahl von Artikeln und Aufsätzen in unzähligen Zeitschriften. Unter den Büchern das „PLM-Kompendium“, 2009, „Industrie 4.0“, 2013, das ein Bestseller in China wurde, „Industrie 4.0 unbegrenzt“, 2017. Aktuelles Sachbuch: „Das Gespinst der Digitalisierung – Menschheit im Umbruch – Auf dem Weg zu einer neuen Weltanschauung“.
Gründer und Organisator des sendler\circle, einer Interessengmeinschaft der Anbieter von Software und Services für die Industrie. Herausgeber des Nachrichtenportals https://www.plmportal.org. Keynote-Sprecher zu Industrie 4.0 in Europa, China and Taiwan.
Keynote-Sprecher zu Industrie 4.0 in Europa, China and Taiwan.

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