Die Digitalisierung mit den Ausprägungen des (I)IoT und I4.0 lösen einen enormen Bedarf an Embedded-Systemen und -Software aus. Um diesen zu decken, muss auch die Entwicklung selbst eine Digitalisierung erfahren, um kurzfristig, flexibel und automatisiert Software einschließlich Dokumentation und produktbegleitende Tools/Software zu erzeugen.
Basis dafür sind Modelle in der Form von Bibliotheken, die neben den soft-warerelevanten Informationen auch möglichst alle anderen Aspekte des Produktes beinhalten. Teile dieser Bibliotheken werden dabei entsprechende kombiniert und parametriert und den Generatoren zugeführt.

Der Vortrag zeigt anhand von Projektbeispielen wie mit Open-Source-Tools aus Modellen automatisiert Applikationsprojekte aus Bausteinen zusammengesetzt und neben dem Quellcode einer derartigen Applikation auch viele Zusatzinformationen generiert werden. Konkret wird anhand von bestehenden Projekten die Modelle, der Workflow und die Outcomes dar-gestellt. Dies sind insbesondere:

    • Darstellung die generierten Outcomes und den dafür erforderlichen Modellierungsobjekte
    • Objekte der Modellierung (grafisch, textuell Diagramme, Codefragmente)
    • Modellierung von Funktionalitäten und Einbindung von Bestandscode
    • Modellierung von HMIs
    • Variantenmanagement
    • Modellierung und Generierung der aktuellen Lasten- und Pflichtenhefe
    • Modellierung und Generierung der Entwicklerdokumentation, einer Produktinformation
    • Generierung der vollständigen HW-SW-Anwender-/Gerätehandbuch
    • Erzeugung des Target-Quellcode (direkt für die Serie ohne Nachbearbeitung)
    • Kopplung des generierten Code mit einer hardwarespezifischen Systemsoftware / API
    • Erzeugung der Debugging- und Tracking-Funktionen des generierten Codes
    • Erzeugung der Visualisierungs- und Simulationsumgebung zur virtuelle Inbetriebnahme meines Systems und der Umwelt

Nutzen:
Der Vortrag richtet sich an Produkt/-Projektmanager und Entwickler, die entweder für sich selbst oder für Ihre Kunden die Embedded Software-Entwicklung insbesondere bei domänenähnlichen Projekten deutlich beschleunigen und der Grad der Wiederwendung anheben wollen.
Am Beispiel mehrerer umgesetzter Projekte wird ein Leitfaden zur Vorgehensweise und Richtwerte zu den oben genannten Möglichkeiten vermittelt, um eigene Projekteideen besser abzuschätzen und umsetzten zu können und Irrwege zu vermeiden.

Vita:

Andreas Foltinek studierte Elektrotechnik an der Universität Stuttgart und verfügt über 30 Jahre Erfahrung in Embedded Hard- und Softwareentwicklung. 1994 gründete er die IMACS GmbH und ist dort für F&E verantwortlich.

Als Initiator eines UML basierten CASE-Tool-Systems sowie eines modularen Open-Source Hardware-Systems gilt seine Leidenschaft der Vereinfachung und Redundanzvermeidung bei der Entwicklung von Embedded Hard- und Software durch Modularität, Wiederverwendung und insbesondere modellbasierte Methoden und Generierung.

Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit neuen Tool- und Hardware-Konzepten sowie der Unterstützung beim Einsatz von OOP, MDD, deren praktischen Umsetzung und hardwareseitigen Integration.